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Verfasst am: 10.01.2010, 02:12 Titel: Was ist real ?
Hallo,
was ist real und was ist Phantasie?
Oft begegne ich der Einstellung, das die Anderswelt des Schamanimus letztendlich einen Phantasie wäre. Eine funktionierende, kollektive Phantasie. Ein Sammelsurium symbolischer Archetypen. Egal wie, läuft diese Auffassung immer darauf hinaus, daß die Anderswelt letztendlich nicht real ist. Bei dieser Einstellung zur Anderswelt wird dem Schamanismus jedoch nicht seine Wirksamkeit abgesprochen. Glaube versetzt berge. Und so wird gedacht, der Glaube an die Wirkung der symbolischen Arbeit in der Anderswelt, beeinflusse das irdische Leben über diese Bergversetzung des Glaubens.
Außerdem beobachte ich, das viele Menschen mit Schamanismus irgendwie nicht recht etwas anzufangen wissen. Es scheint eine hauchdünne Wand zu geben, die ihnen den Schamanismus befremdlich wirken läßt. Irgendwie ist er aus spirituellem Heilwesen und der Esoterik nicht mehr weg zu denken. Aber im Vergleich mit anderen Pfade - z.B. Reiki - hält sich das Verständnis und die fundierten Erklärungen eher in Grenzen. Ich möchte niemanden über die Maße kritisieren, aber selbst Schamanen tun sich da noch schwer. Europäische Schamanen scheine selbst noch Schwierigkeiten mit der andersweltlichen Realität zu haben.
Bei Definitionen, was Schamanimus sei, wird das am deutlichsten. Sie beginne mit "Der Schamane glaubt ..." Das hört sich für mich komisch an, denn da müßte etwas von Erfahrung stehen, statt Glaube. Aber das sind nur Diejenigen, die dem Schamanismus seine eigentliche Realität absprechen. Viel interessanter ist es, was Schamanen und interessierte Laien beschreiben. Demnach sei Schamanismus die Methode sich in Trance zu versetzten und in die Anderswelt zu reisen. Und dann verändere der Schamane etwas in der Anderswelt, was dann eine Veränderung in der irdischen Realität nach sich ziehe. Und mit Verlaub, das ist eine glatte Fehlinterpretation des schamanischen Wirkens.
Um dies zu erläutern, muß ich etwas ausholen. Für mich ist die Irdische Realität und die Anderswelt eins. Es sind sozusagen zwei unterschiedliche Ausdrucksformen einer einzigen Sache. Geist drückt sich andersweltlich und materiell aus. Dabei ist die Anderswelt eine klare Ausdrucksweise. Und die materielle Welt ist eine bruchstückhafte und unklare Ausdrucksform. Wie soll ich das näher beschreiben? Es ist so, als würde der selbe Text erst von jemanden vorgelesen, der klar und rhetorisch perfekt spricht. Und dann wird er von einem Stotternden mit ausländischem Akzent vorgetragen, der noch dazu manchen Absatz einfach übersieht. Beides ist der Text des Geistes. Und das Gestotter ist das, was wir als unsere Realität gewöhnt sind. Irgendwie wissen wir, daß der Text klar und in sich stimmiger sein sollte. Oder anders gesagt, wir wissen, das unser Leben eigentlich leidlos sein könnte.
Für mich geht es bei schamanischer Heilung also darum, eine Harmonie zwischen der Anderswelt und dem Irdischen wieder her zu stellen. Denn wird diese Harmonie gestört, wie und warum auch immer, entsteht Leid jeglicher Form. Leid in Form von Krankheit. Leid in Form von Arbeitslosigkeit. Leid in Form eines Autounfalls. Da aus meiner schamanischen Sicht die Ursache des Leids immer in einer Disharmonie zwischen Anderswelt und Irdischem liegt, spielt es für mich keine Rolle, ob das Leid selbst oder im Außen verursacht wird. Man erlebt leid, wenn man mit seine weltlichen Pfaden im Konflikt zu seine andersweltlichen Pfaden geht. Fährt einem dann jemand in die Seite, ist die Frage also nicht mehr, ob der Andere schuld war. Sondern nur noch die Frage, wieso ich selbst diese irdische Erfahrung mit ihm teile. Ich hätte auch eine Minute vorher schadlos die Stelle passieren können. Also, wieso nimmt mein Leben eine leidvollen Pfad?
Schamane sein bedeutet für mich, diese Harmonie zwischen Anderswelt und materieller Welt zu erkennen und wieder herstellen zu können. Da in der Arbeit mit dem Klienten nicht um meine (Dis)harmonie geht, bin ich bemüht dem Klienten die Anderswelt so weit erlebbar zu vermitteln, damit er die fehlende Harmonie erkennen und so wieder anstreben kann. Ob ich dabei in tiefer Trance bin, oder ob ich gar Trommel, das ist ehrlich gesagt sowas von wurscht. Als Schamane bin ich gewohnt parallel in beiden Welten zu leben.
Die Frage im Titel war, was real ist. Ist die Anderswelt real? JA, definitiv! Sie entspricht der wahren Weite und Unbegrenztheit unseres Geistes. Und sie ist, auf eine gewisse Weise, auch komplexer, als unsere materielle Welt. Die materielle Realität ist dagegen nur ein grauer, sehr beengter Abklatsch unsers Geistes. Da ist nicht mehr all zu viel übrig, vom ewigen und grenzenlosen Geist der Seele. Und doch nehmen wir dieses leidvolle Enge so gerne als unsere Realität an. Und zweifeln die große Freiheit des Geistes als Phantasie unseres materiellen Gehirns an. Wieso? Wieso geschieht das selbst Menschen, die sich spirituell befassen?
Ich vermute, die Anderswelt wirkt ein bissel, wie in 300 Meter Höhe auf einem dieser gläsernen Böden zu stehen. Man vertraut der Ingenieurskunst, und kann doch nicht seinem Empfinden widerstehen, in Panik zu geraten. Ethnologen haben derart weite Umwege in ihrem Hirn genommen, nur um die Anderswelt aus ihrer Realität raus zu halten. Ok, wir schauen sie uns an und erforschen auch, was mit der Anderswelt alles zu bewirken ist. Aber ihr zugestehen, das sie real ist - Nein, auf keinen Fall!
Genauso wird gerne über Kobolde diskutiert, was sie alles anstellen dun das sie gerne Dinge verstecken. Man darf sie auch wahrnehmen können. Aber wenn man erklärt, das sie genauso real sind, wie wir Menschen, dann wird das als Märchen aus der Phantasiewelt abgetan.
Es begegnet mir, selbst von europäischen Schamanen, und ich würde gerne wissen, woher das kommt. Ich habe immer schon in beiden Welten gelebt. Ich kann mir das ehrlich gesagt nicht richtig vorstellen, wie man nur in der materiellen Welt erleben kann. Und deshalb interessiert mich die Sicht der Realitäten meiner Mitmenschen. Deshalb empfinde ich mich nicht als besser oder wissender. Ich merke nur immer wieder, das ich eher die materielle Welt nicht ganz ernst nehmen kann. Und meine Mitmenschen sich schwerfällig bemühen, die Anderswelt ernst nehmen zu können. Vielleicht bin ich auch genau deshalb ein Schamane?
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Alle hier beschriebenen und diskutierten Arten über "Geistiges Heilen" sind keine Heilversprechen. Ein Versprechen stellt im spirituellen Sinne eine Bindung dar. Bindungen sind Muster die Unwohlsein erzeugen können. Ist der Mensch frei hat er immer eine Wahl. Wenn er eine Wahl hat, hat er die Möglichkeit sich für etwas zu entscheiden was ihm gut tut. Das Wissen darüber was ihm gut tut möge er beim Lesen und Mitgestalten dieser Seiten herausfinden. Ich wünsche jedem, der auf diese Seiten gelangt den Mut seinem Gefühl und seiner Intuition zu vertrauen das beste für sich selbst mitzunehmen und im positiven Sinne seiner selbst zu handeln.
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