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Kiefer (Holz und Harz) Kiefer zum Räuchern

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BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 19:43    Titel: Kiefer (Holz und Harz) Kiefer zum Räuchern
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Eberhard
 


Anmeldedatum: 14.08.2007
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 19:43    Titel: Kiefer (Holz und Harz) Kiefer zum Räuchern

Kiefer (Holz und Harz) Kiefer

Das Räuchern von Kiefern (Pinus cembra) geht auf den Baumkult der Germanen zurück. Vermutlich wurde es in der Mittelsteinzeit entdeckt und als Heilmittel und Räucherstoff verwendet. Harz und Sprossen eignen sich gut zum Räuchern und werden spezifisch zum Schutz gegen Hexen verbrannt. Die Kiefer wird den Planeten Saturn und Merkur zugeordnet. Kiefern sind auf der ganzen Welt vertreten, es gibt unzählige Arten und Varianten. sie lieben sandige Küstengebiete, vorwiegend im Mittelmeerraum. Sie gehören zur Familie der Piniengewächse (Pinaceae) und sind große, immergrüne Nadelbäume mit einer Höhe bis zu 40 Metern. Sie haben eine flache Krone, die Rinde ist rötlichbraun und weist tiefe Furchen auf. Die Nadeln sind lang und fest und wachsen paarweise. Die Zapfen der Kiefer sind braun und laufen spitz zu. Infolge ihres geselligen Auftretens bedecken die 70 Kiefernarten so große Flächen der Erdoberfläche wie keine andere Nadelholzgattung, obgleich die Verbreitung auf die nördliche Halbkugel beschränkt ist. In Deutschland spielt eine besondere Rolle die bis zu 40 Meter hohe Gewöhnliche Kiefer (Forche, Forle, Föhre, Pinus silvestris), mit der besonders die sandigen Böden des norddeutschen Flachlands bestockt sind und die etwa 45 % des deutschen Waldbestands bildet. Sie kommt auch in den Mittelgebirgen vor und erreicht in den Alpen eine Baumgrenze von 1.900 Metern. Das Holz dient als Werk-, Bau- und Brennholz. Außerdem ist der Harzgehalt für die Gewinnung von deutschem Terpentin von Bedeutung. Die zweite wichtige Kiefernart in Deutschland ist die Bergkiefer (Bergföhre, Pinus mugo), die bis zu 25 Meter hoch werden kann. Sie tritt in vier Unterarten auf, nämlich als Latsche (Knieholzkiefer, Pinus pumilio), als Krummholzkiefer (Legföhre, Pinus mughus) im Hochgebirge an der Baumgrenze, als aufrechte Moor-Spirke (Pinus rotundata) auf Mooren niederer Lage und als Berg-Spirke (Schnabelkiefer, Pinus rostrata) in den Karpaten, Alpen und Pyrenäen. Aus der Krummholzkiefer wird das Krummholzöl gewonnen. In den östlichen Alpen und in den südlichen Karpaten tritt die bis 45 Meter hohe Schwarzkiefer (Pinus nigra) bestandbildend auf (Name nach der grauschwarzen Borke). Die Nadeln der Schwarzkiefer sind länger und die Zapfen größer als bei der Gewöhnlichen Kiefer. Kiefern des Mittelmeergebietes sind die Strandkiefer (Pinus pinaster), die Aleppo- oder Seekiefer (Pinus halepensis) sowie die Pinie (Pinus pinea). Während alle bisher genannten Kiefern Kurztriebe mit zwei Nadeln aufweisen, gibt es eine Anzahl amerikanischer Kiefern mit dreinadeligen Kurztrieben, z. B. Weihrauchkiefer (Pinus taedea), Sumpfkiefer (Pinus palustris), Gelbkiefer (Pinus ponderosa) und Pechkiefer (Pinus rigida). Zur Gruppe der Kiefern mit fünfnadeligen Kurztrieben gehören die Zirbelkiefer (Arve, Zirbel, Pinus cembra) in den Alpen und Karpaten bis 2.500 Metern Baumgrenze sowie in den nördlichen und nordöstlichen Ebenen Rußlands, die Montezumaskiefer (Pinus montezumae) in Mexiko sowie die Weymouthskiefer (Pinus strobus) und die Zuckerkiefer (Pinus lambertiana) in Nordamerika. Kiefernharz (Colophonium officinalis) als Harz der in Portugal heimischen Zirbelkiefer ist als "Geigenharz" oder "Colophonium" im Handel, um Violinbögen zu bestreichen, kann aber auch pur leicht selbst von einheimischen Kiefern gesammelt werden. Geigenharz wird aus Kiefernharz gewonnen. Während das Ül als flüchtige Komponente aus dem portugiesischen Kiefernharzbalsam abdestilliert wird, verbleibt das reine Harz zurück, welches sehr klebrig ist. Das Naturharz wird nach einem besonderen, altüberlieferten Verfahren mit dem Fettbestandteil Glycerin in einem Verkochungsprozeß abgewandelt. Es entsteht ein Harz mit sehr guter Wetterbeständigkeit und Elastizität. Seinen Namen hat Colophonium von der alten Stadt Kolophon in Libyen, wo besonders gutes Kiefernharz gewonnen wurde. Die Borke der Kiefer ist sehr stark von rötlichem Harz durchdrungen und verbreitet beim Verbrennen einen balsamischen, warm-harzigen Duft. Beim Räuchern riecht es etwas streng, hat aber eine feine, leicht zitrusähnliche Unternote. Kiefernharz wird heute durch Destillation der Kiefernbalsame hergestellt. Die Destillationsrückstände werde solange erhitzt, bis alles Wasser verdampft ist und eine harzige Masse übrigbleibt. Früher wurde die Rinde mit ihrem Harz kleingeraspelt oder in Form von Pulver verwendet. Kiefern sind heute auf der ganzen Welt verbreitet, aber der größte Teil des Geigenharzes stammt aus Portugal, wo mittlerweile vorzügliche Qualitäten produziert werden. In Marokko wird das Harz der Aleppokiefer als "Mutter der Menschen" bezeichnet und man gebraucht es für vielerlei medizinische und magische Räucherungen. Der balsamisch-warme, leicht zitronige, harzige Duft beim Verbrennen des Kiefernharzes soll vor magischen, krankmachenden Praktiken schützen und gilt als herzstärkendes Mittel. Kiefernräucherungen wirken wärmend, stärkend und aufbauend. Sie bringen die Seele und den Geist in Einklang, entspannen und kräftigen die Nerven. Außerdem wirken sie reinigend, desinfizierend, lösend, öffnend und klärend. Für rastlose, betriebsame, überreizte Menschen, die sich zuwenig Ruhe und Muße gönnen, ist es eine tiefe Erholung und Stärkung, mit Kiefernsprossen zu räuchern. Die Dämpfe des Kiefernharzes wurden verwendet, um die Lungen zu stärken und um schwächliche Kinder energetisch aufzuladen. Der Rauch wirkt antiseptisch und durchblutungsfördernd. Der Eigenduft der Kiefer ist sehr intensiv und geht auch in Mischungen nicht verloren. Die trockenen Kiefernsprossen brennen lichterloh und sind deshalb bevorzugt zerkleinert in Mischungen zu verräuchern. Harz ist natürlich noch besser, weil die Rauchentwicklung bei Sprossen sehr stark ist und das Holz mit verbrennt. Kiefernharz in Pulverform entfaltet dieselben Kräfte wie die ganzen Harzstücke. Das Pulver hat den Vorteil, daß es sich leicht mit anderem Räucherwerk mischen läßt und nicht mehr gemörsert werden muß. Es mischt sich zum Räuchern gut mit Weihrauch, Zeder, Sandelholz, Sadebaum, Besenginster, Damiana, Santakraut, Sage, Kampfer, Ingwer, Berberitze u.a. Kiefernharz ist nicht zum Verzehr geeignet.
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