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Der äußerst giftigen Blaue Eisenhut (Aconitum ferox) aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) wächst ursprünglich in den Gebirgswäldern des Himalaya, zwischen 2.000 und 3.000 Metern Höhe (und noch weit darüber hinaus, angeblich bis 4.500 Metern), in Hochstaudenfluren und an Bachufern. Er ist inzwischen auch in mitteleuropäischen Gebirgen, vereinzelt aber auch in Skandinavien zu finden. Wie alle Aconitum-Arten steht die Wildpflanze in Europa unter Naturschutz. Das mehrjährige Kraut mit den knolligen Wurzeln wird bis zu einem Meter hoch. Die unteren, langgestielten Blätter sind mehrfach tief eingebuchtet und gefiedert. Die Blätter werden nach oben hin kleiner und ihre Stiele immer kürzer. Am Ende des aufrechten, glatten Stengels stehen traubenartig die helmförmigen, blau-violetten Blüten. Die Blütenstiele wachsen aus den Blattachseln. Die Frucht ist eine fünfzipfelige, trichterförmig nach oben geöffnete Kapsel. Der Blaue Eisenhut blüht von Juli bis September, in höheren Lagen bis Oktober. Die sich jährlich erneuernden Wurzelknollen haben eine dunkelbraune Rinde und sind innen gelblich. Aconitum ferox sieht dem Aconitum napellus sehr ähnlich. Er ist allerdings etwas kleiner und gedrungener und hat weniger Blüten, die in größerem Abstand zueinander stehen. Eine Verwechslung ist pharmazeutisch unproblematisch, da die Inhaltsstoffe sehr ähnlich sind, beim Aconitum ferox aber in deutlich geringerer Konzentration vorkommen. Aconitum ferox ist die stärkste Giftpflanze des Himalaya und eine der stärksten Giftpflanzen überhaupt. Nicht umsonst trägt er in anderen Sprachen warnende Namen, z.B. Ativish (nepali: sehr giftig), Ativisha (sanskrit: starkes Gift, oder Visha (sanskrit: Gift). Die Pflanze enthält die Diterpenoid-Alkaloide Aconitin und Pseudoaconitin'S. Das sehr giftige Aconitin kann schon bei geringster Dosis von 3 bis 6 mg, dem entsprechen nur wenige Gramm des getrockneten oder sogar frischen Pflanzenmaterials, durch Lähmung des Nervensystems einen Erwachsenen töten. Die Wurzelknolle ist am wirkstoffreichsten und dadurch auch am gefährlichsten. Die Vermehrung geschieht bei Aconitum ferrox durch Samen. Sie können einfach ausgestreut oder in Saatbeeten angezogen werden. Die Samen sind gelegentlich im Blumenhandel zu erwerben. Der Blaue Eisenhut hat gerne einen steinigen oder felsigen Untergrund und kann auch gut in Ritzen und Hohlräumen zwischen Steinen gedeihen. Im Himalaja werden verschiedene Eisenhutarten als Medizin genutzt. Die Tibeter behandeln damit Erkrankungen des Herzens, die durch Dämonen verursacht werden. In China gilt er als Verjüngungsmittel und ist Bestandteil des bekannten Fünf-Mineralien-Pulvers. Die Ainu gebrauchen ihn bei ihrem schamanistischen Bärenzeremoniell. Das Gift Surku-Kik, das den übernatürlichen Bären erlegt, wird von den Schamanen unter geheimen Beschwörungen bereitet. Für die Verwendung in der ayurvedischen Medizin werden die giftigen Knollen nach der Ernte zur "Reinigung" in Milch oder Urin von heiligen Kühen eingelegt. Dadurch wird der Wurzel ihr heftiges Gift genommen. Milch soll besser entgiften als Urin. Für die äußerliche Verwendung bei Neuralgien wird die Wurzelknolle zu einer Paste zerstampft. Für tantrische und psychoaktive Zwecke wird die Wurzel natürlich nicht entgiftet. Sie wird einfach getrocknet, zerkleinert und in Rauchmischungen, normalerweise mit Ganja (Cannabis indica) vermischt, geraucht. Die Blätter werden getrocknet und geraucht. Die Wurzel des himalayaischen Blauen Eisenhuts wurde schon früh in Indien als Pfeilgift verwendet. Davon zeugen die vedischen (4. Jahrhundert u.Z.) und späteren Sanskritschriften. Allerdings wurden die vergifteten Pfeile nicht zur Jagd, sondern zur Kriegsführung genutzt. Die Europäer lernten die Pflanze erst im 19. Jahrhundert bei Nepalaufenthalten kennen, worauf ein weltweiter Handel mit den Knollen folgte. Blauer Eisenhut ist als Räuchermittel wegen seiner Giftigkeit nur versetzt mit Benzoe Sumatra, Dammarharz und Perubalsam im Handel, damit kein Mißbrauch möglich ist. Er sollte ohnehin mit anderem Räucherwerk vermischt werden, da er etwas streng riecht. Beim Räuchern wirkt er beruhigend und entspannend. Er mischt sich zum Räuchern gut mit Damiana, Sinicuiche, Beifuß, Salbei, Lavendel, Weihrauch, Copaibalsam u.a. Weil Eisenhut zu den äußerst giftigen Pflanzen gehört, wird vor dem Verzehr eindringlich gewarnt.
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