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Eisenhut (Wurzel)

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BeitragVerfasst am: 12.11.2007, 13:03    Titel: Eisenhut (Wurzel)
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Eberhard
 


Anmeldedatum: 14.08.2007
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 12.11.2007, 13:03    Titel: Eisenhut (Wurzel)

Eisenhut (Wurzel) Eisenhut sehr giftig

Der sehr giftige Eisenhut oder Sturmhut (Aconitum napellus) aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) ist von Italien bis nach Island, von Spanien bis in den Himalaya verbreitet. Er kommt oft in subalpinen Lagen vor. Er gehört zur typischen Alpenflora und ist (noch) häufig in der Schweiz anzutreffen. Die Wildpflanze steht (wie übrigens alle Aconitum-Arten) in Europa unter Naturschutz. Die ausdauernde, krautige Pflanze wird bis 1,50 Meter hoch. Die fünf- bis siebenfach geteilten Blätter sind tief eingeschnitten. Am Ende des Stengels bildet sich der üppige Blütenstand (endständige Trauben) mit dunkelblauen, helmförmigen Blüten. Der Ausguß der Blüte hat exakt die Gestalt einer Hummel. Die Hummel ist auch der wichtigste oder vielleicht sogar einzige Bestäuber der Pflanze. Die Balgfrüchte sind mehrsamig. Die Blütezeit ist von Juni bis August. Die Pflanze bildet jedes Jahr eine neue knollige Wurzel aus, während die des Vorjahres abstirbt. Aconitum napellus ähnelt dem Aconitum ferox (Blauer Eisenhut), ist jedoch etwas größer und weniger gedrungen als dieser. Er besitzt auch mehr Blüten, welche in geringerem Abstand zueinander. Eine Verwechslung kann evtl. problematisch sein, da Aconitum ferox zwar annähernd dieselben giftigen Inhaltsstoffe besitzt, aber in höherer Konzentration. Manchmal wird der Eisenhut auch mit dem Rittersporn (Delphinium) verwechselt. Der Eisenhut gilt in Europa bis heute als die giftigste und gefährlichste Pflanze überhaupt. Sie enthält das Alkaloid Aconitin (Acetylbenzoylaconin) und Aconitinsäure. Schon geringe Dosen (sehr wenige Gramm des Pflanzenmaterials) können tödliche Vergiftungen hervorrufen. Oral aufgenommen, können bereits 0,2 mg Aconitin toxische Erscheinungen auslösen, 3 bis 6 mg töten einen Erwachsenen meist schon. Allein das ungeschützte Berühren oder Pflücken der Pflanze kann zur Aufnahme des Giftes über die Haut führen. Die knollige Wurzel ist am wirkstoffreichsten, in der übrigen Pflanze ist die Konzentration geringer. Je länger das Gift im Mund verbleibt, desto stärker entwickelt sich in Mund und Rachen ein Prickeln und Brennen, gefolgt von Taubheit und dem Gefühl der Lähmung in der Zunge und um den Mund herum, so daß das Sprechen schwerfällt. Schon bald nach der Giftaufnahme zeigt sich als besonders charakteristisch das Gefühl von Kribbeln und Ameisenlaufen in Fingern, Hand und Füßen, manchmal Zuckungen im Gesicht, später Lähmung der Gesichtsmuskeln. Weiter stört den Vergifteten besonders ein unerträgliches Kältegefühl ("Eiswasser in den Adern") mit Untertemperatur, bedingt durch Erregung von Kältezentren. Darauf folgt Gefühllosigkeit, Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen, erschwerte Atmung. Grünsehen, Schwindel, Ohrensausen und Trigeminusschmerzen wurden beobachtet. Übelkeit und Erbrechen können auftreten, aber auch fehlen, ebenso Durchfälle und gesteigerte Harnflut. Unter Atem- und eigentümlichen Herzstörungen kann es zu Bewußtlosigkeit, Herz- oder Atemtod kommen. Doch kann auch das Bewußtsein bis zum Tode, der unter Umständen schon im Verlauf der ersten Stunde eintritt, erhalten sein. Aconitum napellus kann mit Samen oder abgetrennten Wurzelknollen vermehrt werden. Das Hantieren mit den frischen Wurzelknollen kann zu gefährlichen Vergiftungen führen! Die Samen sind im Blumenhandel erhältlich und werden im Frühjahr entweder direkt in den Boden gedrückt oder in Saatbeeten angezogen. Der Eisenhut hat gerne nährstoffreiche Böden, gute, humusreiche Erde und gedeiht auch in feuchten Niedrungen. Eisenhut wird meist als Zauber-, Gift- und Heilpflanze verwendet. Eisenhut ist die heilige Pflanze der Hekate, der Herrin der nächtlichen Wesen, der Zauberei und Giftmischerei, und wird zu den Hexenpflanzen gezählt. Die Pflanze, ihre Wirkung und Herkunft ist schon genauestens von Theophrast (um 370 bis 287 v.u.Z.) beschrieben worden. Nach Ovid soll die Pflanze, genau wie das Bilsenkraut (Hyoscyamus albus), aus dem Geifer des Höllenhundes Zerberus (Kerberos) entstanden sein, der von seinen Zähnen tropfte. Beide Pflanzen wurden Apollinaris (Apollonpflanze) genannt. Einer anderen Sage zufolge ist der Eisenhut aus dem Blut des Prometheus entstanden, das auf den Felsen tropfte, als der Adler kam und Prometheus' Leber fraß. Der Eisenhut war im Altertum ein gefürchtetes Gift und nimmt eine prominente Stellung in der Geschichte der politischen Giftmorde ein. Das geschah vor allem in Griechenland, aber auch der römische Kaiser Claudius starb im 54 u.Z. an einer Aconitvergiftung. Die Germanen nutzten die Pflanze vielleicht bei magischen Ritualen wie der Verwandlung der Berserker. Konrad von Megenberg beschrieb im 14. Jahrhundert den Eisenhut und dessen Giftwirkung in seinem "Buch der Natur". Die Wurzeln wurden angeblich als wirksamer Bestandteil im Liebeszauber und bei der Herstellung von Hexensalben verwendet. Auf die Haut aufgetragen, soll Eisenhut Kribbelgefühle und Halluzinationen auslösen können und soll aus diesem Grund auch eine wichtige Zutat der Flugsalben gewesen sein. Er soll das Gefühl vermitteln, ein Pelz- oder Federkleid zu tragen. Eisenhutwurzeln spielen auch in schamanisch-magischen Ritualen eine Rolle, z.B. zur Wolfsverwandlung. Auch wurden sie für Heil- und Berauschungszwecke in Wein eingelegt getrunken. Obwohl die Pflanze als sehr giftig gilt, werden in Island die Blüten von Kindern wegen ihrer Honigsüße gegessen. Da aber auch in den Honigdrüsen Aconitin nachgewiesen werden konnte, kann man sozusagen hierbei einen psychoaktiven Honig vermuten. Als Rauschmittel kann das getrocknete Kraut geraucht werden, doch ist hierzu nichts bezüglich Dosierungen bekannt, und es muß dringend vor dem unsachgemäßen Gebrauch dieser Pflanze gewarnt werden! Volksmedizinisch hat der als starkes Gift gefürchtete Eisenhut keine große Bedeutung gewonnen. In der westlichen Phytotherapie werden Eisenhuttinkturen zur Schmerzlinderung bei Gicht, Ischias und Neuralgien und zur Behandlung aufkommender fiebriger Erkältungen äußerlich, seltener innerlich verwendet. Auch auf Pferde hat Eisenhut eine stark stimulierende oder berauschende Wirkung. Sie werden "schäumig", d.h. feurig, weshalb früher die Pferdehändler ihre Tiere vor dem Verkauf mit Eisenhut gefüttert haben (vereinzelt soll es auch heute noch vorkommen). Eisenhut ist als Räuchermittel wegen seiner Giftigkeit nur versetzt mit Benzoe Sumatra, Dammarharz und Perubalsam im Handel, damit kein Mißbrauch möglich ist. Er sollte ohnehin mit anderem Räucherwerk vermischt werden, da er etwas streng riecht. Beim Räuchern wirkt er beruhigend und entspannend. Er mischt sich zum Räuchern gut mit Damiana, Sinicuiche, Beifuß, Salbei, Lavendel, Weihrauch, Copaibalsam u.a. Weil Eisenhut zu den sehr giftigen Pflanzen gehört, wird vor dem Verzehr eindringlich gewarnt
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