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Der asiatische Drachenblutbaum (Daemonorops draco) gehört zur Familie der Palmengewächse Arecaceae (Palmae) und ist nicht mit dem gleichnamigen madagassischen Drachenblutbaum (Harungana madagascariensis) zu verwechseln. Die Früchte dieser in sumpfigen Wäldern wild wachsenden Kletterpflanzen sind von einem Schuppenpanzer umgeben. Zwischen diesen Schuppen wird das Harz ausgeschwitzt, welches gesammelt, gereinigt und zusammengeschmolzen wird. Daraus werden Bälle, Stangen, zwiebelartige Kuchen oder Ballen geformt, oder es wird zu Pulver verarbeitet. Reines, unverstrecktes Drachenblutpulver, auch Palmendrachenblut, Blutharz, Teufelsblut, Türkenblut, Sanguis Draconis und Resina Draconis genannt, ist von tiefroter, glänzender Farbe, sehr teuer und schwierig zu bekommen. Seiner blutähnlichen Farbe verdankt es seinen sagenhaften Ruf. Das rote Pulver ist bei mikroskopischer Betrachtung gekennzeichnet durch rötliche bis gelbliche Splitter ohne Kristallstruktur, durch vereinzelte Blattgewebefetzen, Spiralgefäße und Epidermiszellen. Undurchsichtige Pulverbestandteile dürfen nicht vorhanden sein. Wenn es als in Form von etwa 20 bis 30 Zentimeter langen, harten Stangen oder anders geformt im Handel ist, ist es glänzend, tief dunkelrot, auf dem Bruch zinnoberrot und ergibt auf Papier einen blutroten Strich. Das Harz erweicht in heißem Wasser, es ist löslich in Isopropylalkohol, konzentrierter Essigsäure und Chloroform, hinterläßt aber bis zu 20 % Verunreinigungen (Holz, Sand, Schuppenteile der Früchte usw.). In Äther ist das Harz wenig, in Petroläther und Terpentinöl nicht löslich. Es enthält als Wirkstoffe Benzoesäureester des Dracoresinotannols (Dragoresen, Dracoalban). Ostindisches Drachenblut schmeckt kratzend und etwas süßlich. Meistens wird das Harz jedoch mit billigen Harzpulvern, z.B. Gummi arabicum, versetzt. Reines Drachenblut ist aber für magische Räucherungen sehr wichtig, denn dieses geheimnisvolle Räucherwerk wird seit langem für Rituale verwendet, die sehr negative Energien neutralisieren und reinigen können. Drachenblut wird Weihrauchmischungen zugesetzt, um deren Kraft und Wirksamkeit zu verstärken. Es gilt als Schutz- und Opferräucherung, kann aber auch für Liebesräucherungen gebraucht werden. Scheik Nefzaui nannte es in seiner orientalischen Liebeslehre als Bestandteil erotischer Rezepte. Drachenblut wirkt sogar noch in winzigen Mengen willensstärkend, verleiht Mut und Tatkraft und hilft gegen Unentschlossenheit. Drachenblut sollte stets in Mischungen verbrannt werden, da es als Einzelräucherung einen zu starken, herb-würzigen, dunklen Rauch verursacht, der etwas kratzig im Nachgeruch ist. Drachenblut soll die reinigende und klärende Wirkung von Weihrauch unterstützen und verstärken und entwickelt beim Verräuchern einen herb-würzigen, etwas brenzligen Geruch. Es wird häufig wegen des hohen Preises nur als farbiger Zusatz verwendet. Früher wurde Drachenblut medizinisch zu Pflastern verarbeitet, technisch wird das Harz zu Lacken verwendet. In der Kosmetik wird es zum Färben von kosmetischen Präparaten (z.B. Zahnpulver) eingesetzt. Drachenblut könnte in der pharmakologischen Forschung zu einem wichtigen Heilmittel bestimmter Krebsarten werden. Die Drachenblutpalmen gedeihen in sumpfigen Gebieten Hinterindiens, auf Java, Borneo, Sumatra und den Molukken. Das Harz wird dem Mars zugeordnet und färbt Räuchermischungen schön rot. Drachenblut läßt sich gut mit Weihrauch, Sandelholz, Patchouli, Rhododendron, Nelke, Zeder, u.a. verräuchern und ist nicht zum Verzehr geeignet. Ebenfalls als Drachenblut im Handel sind das Harz der ostindischen Rotangpalme (Calamus draco) oder technisch aufbereitete Harze. Nicht mehr erhältlich ist das früher übliche Drachenblut aus den Harzen von Dracaena draco (von den Kanarischen Inseln) oder Croton draco (aus Jamaika). Alte magische Rituale, die Drachenblut vorschreiben, sind also kaum noch zu realisieren.
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