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lange versuchte ich zu verstehen, wie man sein inneres Kind erweckt. Bis mir ein Kollege dann sagte "Jan, du bist und bleibst ein Kind!". Damit war mir zunächst alles klar.
Wenn man sein inneres Kind erweckt, sollte man wissen, das es zwei von ihnen gibt. Das eine ist ein Kind, das in der Liebe des Lichts gebettet lebt. Es ist im vollem Vertrauen der unschuldigen Naivität direkt ins Alleins verbunden. Deshalb lebt es auch eine natürliche Weisheit und uneingeschränkten Anschluß zum Göttlcihen.
Das andere innere Kind ist das verletzte Kind. Es erfährt sich durch Leid. Auch dieses verletzte Kind ist in naiver Unschuld gebettet. Es hat keine Angst vor dem Leid und folgt so auch keinen erlernten Strategien, um Leid zu vermeiden, denn das ist ja sein sicheres Bettchen. Folgt man diesem inneren Kind, patscht man zielsicher von Einem ins nächste Fettnäpfchen.
Nun, zwei Kinder und eine Gemeinsamkeit: Naivität, die keine Wertung von Richtig oder Falsch kennt - sprich, keine Schuld oder Schuldvermeidung, was sich dann eben kindliche Unschuld nennt. Spricht man sein "inneres Kind" an, dann weckt man beide auf. Und ohne jegliche Wertung bekommt man Antwort. Es antwortet das Kind, das zu einem und seinem momentanen Leben paßt. Und ratet mal, welches dieser beiden Kinder sich am Anfang des Heilweges meldet?
Richtig, das verletzte Kind!
Deshalb macht es viel mehr Sinn, sich erst mal als gereifter Mensch die Grundlagen bewußt zu machen. Dann, wenn man den spirituellen Lehrpfad ein paar Schritte gegangen ist, kann man sich daran machen das heile innere Kind zu erwecken und das verletzte Kind mütter- bzw. väterlich im Schoß zu wiegen. Aber - nicht wecken und schon gar nicht zum Boß machen. Das geht unter Garantie total schief!
Kinder sind einfach Kind. Wenn wir Erwachsenen dann wieder Kind sein wollen, dann müssen wir das richtig lernen. Ok, nicht alle. Ich war immer Kind. Ich mußte jedoch auch lernen, das verletzte Kind in Liebe einzubetten und schlafen zu lassen. Es hat immer dann seine Auftritt, wenn man im Leben vom Leid getroffen wird. Der Erwachsene ist dann hilflos an die Wand gedrängt, den ihm fehlt die Naivität die Chancenlosigkeit der Situation zu übersehen. Der Erwachsene "weis", das er nicht weiter weis. Das verletzte innere Kind weis das nicht. Außerdem ist es ja im Leid in seinem Element. Wo also der Erwachsene in seinem Leid blockiert ist, kann das verletzte innere Kind furchtlos weiter krabbeln.
Dann hilft dieses verletzte innere Kind einen, sein Leid weinend zum Ausdruck zu bringen. Und wie Mamas und Papas eben sind, kommen sie ihrem weinenden Kind sofort zur Hilf, um es zu retten und zu trösten. Das verletzte innere Kind lockt den stagnierten Erwachsenen also aus der Reserve. Wenn man das so in sich selbst lebt, dann hat dieses verletzte Kind seine Sinn. Und man findet so immer den wunderschönsten Grund sich zusammen zu reisen und sein Leben auf die Reihe zu bringen: Ein Kind - dein ureigenes Kind!
Das heile Kind ist dazu da, das man es im Alltag pflegt. Dazu wird gespielt, sich zum Narren gemacht und sich selbst belacht. Dabei helfen einem die Trickser. Bekannte Trickser sind Bruder Kojote oder die Heyokas. In indianischer Tradition werden sie gerne im Frühjahr gefeiert, damit einem das Lachen reinigt. So gelockert geht man wieder ruhiger und lebenslustiger durch das frische Jahr. Man reagiert auf die Stolpersteien wieder leichter mit einem Lachen. Deshalb ist mindestens einmal im Jahr Zeit, sich selbst zum Narren zu machen.
Die Heyokas wohnen im Nord-Westen des Medizinrads.
Zitat:
"Erwecke das Kind in mir, das voller Unschuld und Vertrauen ist."
Beide inneren Kinder sind voller Unschuld. Und beide sind voller Vertrauen. Dabei vertraut das heile innere Kind auf die Liebe und das verletzte innere Kind vertraut dem Leid. Das ist es, was das verletzte innere Kind kennt: Leid! Das Leid nährt es und gibt ihm Halt. Und ganz nüchtern betrachtet brauchen die wenigsten "ihr inneres Kind" zu wecken, weil es längst hell wach ist. Sie folgen unbewußt ihrem verletztem inneren Kind. Und um so mehr sie versuchen, sich mit "ihrem inneren Kind" zu heilen, um so trickreicher drehen sie sich im Kreis.
Nachdem ich selbst ein kojotischer Trickser bin, finde ich das durchaus amüsant. Ich spüre mit meinem Mitgefühl jedoch auch das Leid, dem sich die Menschen so hingeben. Es bleibt am Ende ein hilfloses Kind übrig, das nicht mehr weis, wie es überhaupt so viel weinen könnte, wie es das müßte. Und alles nur, weil kaum jemand weis, das es zwei innere Kinder gibt.
Aber, da diese Lücke ja nun geschlossen ist, denke immer daran: Rufe dein heiles inneres Kind in dir zum Leben. Tanze, lache und erlebe alles wie ein Kind, das Mama und Papa auf die einfachsten Dinge aufmerksam macht. Schau dir ein Kind an, das die Mama am Arm zerrt und begeistert auf die erste Blume im Frühjahr zeigt. Diese Blume wird untersucht und gestreichelt. Es gibt kein Zeit, die drängt und es gibt auf der Welt nichts wichtigeres, als diese eine Blume. Und es ist die reine Lebensfreude, die da lacht und die ganze Welt neugierig erobert. Das ist Licht, das aus allen glücklichen Kinderaugen strahlt.
Die passende Himmelsrichtung dafür ist der Süden. Denn im Osten erwacht der spirituelle Mensch, der sich auf seine spirituellen Heilweg begibt. Dieser gereifte Mensch ist Mama und Papa der inneren Kinder. Es ist nun mal so, das jedes Kind ältere Eltern braucht - es kann nicht mit dem Kind anfange, weil dies dann schutz- und hilflos alleine in der Welt stünde.
Außerdem paßt die Qualität des Südens viel besser zu einem Kind, das im Licht der Lebensfreude spielen kann. Denn im Süden spielt das Leben und seine Qualität ist die Lebensfreude. Was interessiert ein Kind auch die Geburt des Ostens oder gar der Tot im Westen? Nichts! Es lebt und geht ganz und gar im Jetzt auf - spielerisch und ohne das beabsichtigen zu müssen, wie. Es tut das kinderleicht, was uns Erwachsenen so unheimlich schwer fällt: Es lebt!
Viele sagen, der Westen sei der Himmelswind der Meditation. Hier ginge man in sich und fände Transformation. Nun, das irrt und dieser Irrtum kommt aus einem mißverstandenen Verständnis der Meditation.
Es stimmt, das zur Meditation zunächst das Loslassen gehört. Und das dabei das Ego sein tot erlebt (Nicht stirbt, denn ohne Ego könnten wir nicht leben). So gesehen paßt das genau zum Westen. Allerdings ist das noch nicht die Meditation. Dieses ist der Weg, der die innere Freiheit vorbereitet, in der die Meditation sich dann überhaupt erst entfalten kann. Man "meditiert" üblicherweise erst mal ein paar Jahre, um diese Freiheit kennen zu lernen. Erst, wenn die Freiheit dein Leben ist, kannst du in dieser Freiheit dann wirklich meditieren.
Die Übung, um sich der Meditation zu öffnen, hat seine Platz im Westen. Die Meditation selbst wohnt jedoch im Norden.
Schon mal was vom "Roten Weg" gehört? Das hat nichts mit der rötlichen Hautfarbe der Indianer zu tun. Er heißt "Roter Weg" weil es der Weg vom Norden zum Süden hin ist. Und die Farbe des Südens ist Rot. Dies ist der rechte Weg, den ein Pfeifenträger im Besondern zu beachten hat. Der andere Weg, den ich jetzt nicht den falschen nennen möchte, ist der Blaue oder Schwarze Weg. Dies ist der Weg von Osten nach Westen. Für das Gebet der heiligen Pfeife ist dieser Blaue Weg ungeeignet!
Nun, der "normale" Mensch beginnt seinen Weg im Osten und geht ihn über den Süden zum Westen hin. Geburt, Leben und Tot - das sind die ewig, zyklischen Elemente des menschlichen Lebens. Möchte man etwas neues Leben, muß man das Alte erst mal sterben lassen, damit Neues geboren werden kann. Das ist keine Transformation, denn was im Osten geboren wird ist etwas Neues. Es ist keine Transformation von dem, was zuvor im Westen starb. Dieser Blaue Weg kann zu keinem erlösenden Frieden im Leben führen. Es bleibt die ständige Aufruhr der Lebenszyklen, in denen nichts ewigen Bestand hat.
Auf dem Blauen Weg entsteht Ruhe nur durch mangele an Bewegung. Ruhe bedeutet hier Stagnation und ist kein wahrer Frieden. Denn diese Ruhe entsteht nicht aus sich selbst heraus. Sie ist eine Abwechslung zur unruhigen Bewegtheit des Leben. Und da es Leben nur mit Veränderung gibt, wird diese Ruhe immer wieder zerstört. Es wird weiter gestorben und wiedergeboren. Der Tag stirbt mit dem Abend und die Nacht mit dem Morgen. Die Jahreszeiten weichen einander. Alles weicht dem Anderen, weil erst das alte sterben muß, damit etwas neues, anderes geboren werden kann.
Nun, das hatten wir schon. Gibt es da eine alternative? Ja - den Roten Weg!
Auf dem Roten Weg fließt das Neue vom
Norden direkt zum Süden. Das Neue wird nicht im Osten geboren. Es muß deshalb auch nicht erst etwas im Westen sterben, damit im Osten etwas geboren werden kann. Man betet den Geist des Nordens in sein Leben - in den roten Süden. Und so wird das, was lebt durch den Geist Wakan Tankas transformiert. Man muß diese Transformation nicht im Osten einleiten und es vergeht dabei auch nichts im Westen. Das ist der Rote Weg (im Grundsatz).
Transformation ist eben kein Sterben und Wiedergeboren werden. Das wäre eine Ablösung. Transformation läßt das Wunder geschehen, das aus dem Einen direkt das Andre wird, ohne das es dafür verändert werden müßte. Wie das gehen kann, das ist ein Geheimnis. Und dieses Geheimnis hütete der Große Geist - das Mysterium - Wakan Tanka. Dazu gibt e nur eins anzumerken: Ohne Getrenntheit steckt im Einen auch alles andere.
Die "Anrufung der 6 Kräfte" ist der Ruf an die 4 Winde. Und damit ruft man natürlich auch die 4 Zwischenwinde. Dann ruft man noch Mutter Erde, die das Tor zur Unterwelt ist. Und als 6. "Kraft" den Himmel, der das Tor zur Oberwelt ist.
Übrigens glauben ja viele, die Mutter Erde sei die Unterwelt. Wenn man also mitten in der Erde sei, sei man in der Unterwelt - im Schoß der Mutter. Da liegt jedoch ein Irrtum vor, denn die Anderswelt liegt nicht im Universum. Und so ist die Mutter Erde ein Tor, durch das man hindurch reist, um dann das materielle Universum in die Unterwelt hinein zu verlassen. Und mit der Oberwelt ist das genauso: Man reist durch das Himmelstor aus dem Universum heraus in die Oberwelt.
Es gibt auch einige, die sich immer nur im Torrahmen herum treiben, und gar nicht bemerken, das sie nicht in die Anderswelt gelangen. Das ist nicht weiter tragisch, denn im Torrahmen trifft man bereits auf die Geister der Anderswelt. Findet man jedoch bewußt in die Ober- und Unterwelt, erkennt man das Alleins der Anderswelt. Genau genommen gibt es nur eine Anderswelt und geben die Tore lediglich einen gewissen Bewußtseinszustand vor. Aber da wird's dann ein bissel komplex. Und von der Mittelwelt läßt man eh erst mal die Finger weg. Die ist noch diffiziler! Das mag mit der Grund sein, wieso im Neo-Schamanismus meist nur von der Ober- und Unterwelt die Rede ist. Die Tore zu diesen beiden Welten sind nämlich eher noch anfängertauglich. Womit ich jetzt nicht behaupten will, das alle Neos Anfänger sind. Es ist viel mehr die Frage, ob man als Schamane oder Schamanin die Aufgabe hat, die drei Welten in Harmonie zu halten. Denn dann muß man das alles aus dem FF checken. Oder ob man eine Weg geht, der zum schamanischen Umfeld gehört, und auf dem man lediglich gewisse Grundelemente der Anderswelt kenne muß. Diese Wege im Umfeld stehen dem schamanischen Weg auch in nichts hinterher. Denn sie haben andrer Gewichtungen und bedürfen andern Wissens und Könnens, die genauso wichtig und komplex sind. Ohne dieses Umfeld stünde ein Schamane auch sinnlos auf verlornen Posten rum. Dieses Umfeld ist also sehr wichtig!
In schamanischen Kulturen ist es üblich, das nur Schamanen Wissen und Methodiken der Anderswelt lehren. Alle anderen im schamanischen Umfeld halten sich da vornehm zurück, weil es weder ihre Aufgabe noch ihr spezielles Können ist.
Also, wenn schon, dann bitte einfach die 4 Winde, Mutter Erde und Wakan Tanka rufen. Interpretiere in diese Anrufung nichts hinein. Transformation entsteht nicht durch eine Absicht. Denn aus jeder Absicht entsteht automatisch eine Bewegungsrichtung. In dieser Richtung bewegt sich alles von der Geburt zum Tot. Transformation geschieht so nicht (Blau). Transformation geschieht nur durch das Gebet ohne Absicht (Rot).
Deshalb wird auf dem Roten Weg nicht um etwas gebetet. Es wird einfach nur gebetet. Da man jedoch immer etwas hat, was einem drückt. Und weil man immer eine Sehnsucht hat, betet man idealer weise nicht für sich selbst. Man läßt für sich beten. Das ist unter anderem der Job des Pfeifenträgers, dieses "nur beten" ohne Absicht für eine zu übernehmen, weil man selbst sein Streben nach Glück nie ganz los lassen kann.
Dieser Weg ist heilig. Die Anrufung dieser 6 Kräfte gehört zu jedem Ritual dazu. Erst reinigt man sich, dann ruft man die 6 Kräfte unter ihren Schutz errichtet man den sichern Raum.
In diesem Raum geschieht dann das entsprechende Ritual. Die Anrufung der 6 Kräfte bleibt absichtslos, denn die Absicht des Rituals geschieht im Rahmen dieser 6 Kräfte.
Zum Abschluß entläßt man die Kräfte wieder und kehrt in den alltäglichen Raum zurück. Das wird übrigens am liebsten vergessen!
Also bitte, wenn man schon Rituale beschreibt, dann doch ganz: Reinigen, rufen, Schutz, Inhalt des Ritual und Abschluß. Hier wird nur das Rufen beschrieben.
Und wenn man kein Ritual zwischen Rufen dun Abschluß vollzieht, dann bedarf es dazu einer geübten Absichtslosigkeit. Einem Laien ist also ein Ritual, das rein aus der Anrufung der 6 Kräfte besteht, nicht zu empfehlen. Die stehen dann da, und wissen nicht, was sie tun sollen. Das wiederum führt zu sprichwörtlich heillosem Chaos. Denn Absichtslosigkeit will geübt sein!
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Alle hier beschriebenen und diskutierten Arten über "Geistiges Heilen" sind keine Heilversprechen. Ein Versprechen stellt im spirituellen Sinne eine Bindung dar. Bindungen sind Muster die Unwohlsein erzeugen können. Ist der Mensch frei hat er immer eine Wahl. Wenn er eine Wahl hat, hat er die Möglichkeit sich für etwas zu entscheiden was ihm gut tut. Das Wissen darüber was ihm gut tut möge er beim Lesen und Mitgestalten dieser Seiten herausfinden. Ich wünsche jedem, der auf diese Seiten gelangt den Mut seinem Gefühl und seiner Intuition zu vertrauen das beste für sich selbst mitzunehmen und im positiven Sinne seiner selbst zu handeln.
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