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Verfasst am: 12.11.2007, 16:28 Titel: Buddha / Buddhas Leben
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Eberhard
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Verfasst am: 12.11.2007, 16:28 Titel: Buddha / Buddhas Leben
Buddha und der Palikanon
Buddha ist die grösste Persönlichkeit, die Indien hervorgebracht hat. Er ist zugleich einer der bedeutendsten Philosophen aller Zeiten. Buddha wurde als Prinz Siddhartha Gautama, als Sohn von König Suddhodana, aus dem Adelsgeschlecht der Sakhyas, und dessen Ehefrau Maya 560 v. Chr. geboren. Siddharta kam in Lumbini (heute: Rummindei), in der Nähe von Kapilavastu am Fuße des Mount Palpa in den Himalajas im heutigen Nepal zur Welt. Der Name Siddhartha bedeutet, dass dieser Jemand sein Ziel erreichen wird. Gautama war Siddhartha's Familienname. Siddhartha ist und war überall in der Welt als Buddha, der Erleuchtete, bekannt. Er wurde auch Sakhyamuni genannt, d.h. ein Asket des Sakhya-Stammes. Siddharta verbrachte seine Jugend in Kapilavastu und Umgebung. Seine Mutter die 7 Tage nach der Geburt starb, hatte während ihrer Schwangerschaft einen Traum, dass ein silber-weißer Elefant seitlich in ihrem Körper eingedrungen war. Priester der Hindu interpretierten den Traum als Hinweis auf die Geburt eines großen Herrschers (Buddhas/Erleuchteten). Sein Vater, ein reicher Fürst, erzog ihn zu seinem Nachfolger und umgab ihn mit Luxus. Im Alter von 16 Jahren heiratete er eine Cuisine, die hübsche Prinzessin Yasodhara, die ihm einen Sohn, namens Rahula, gebar. (ob Rahula wirklich sein Sohn war, oder ein Jünger, ist den Schriften nicht eindeutig zu entnehmen)
Dennoch blieb ihm das menschliche Leid nicht verborgen. Die Legende berichtet, das er nach dem Anblick eines alten, eines kranken und eines toten Mannes an seinem 29. Geburtstag beschloss, den irdischen Genüssen zu entsagen, trennte sich für immer von seiner Frau und seinem Sohn Rahula, um als Bettelmönch durch Nordindien zu ziehen. Nach sechs Jahren der Meditation, während dieser Zeit unterwarf er sich strenger Askese, die er jedoch bald verwarf um den "mittleren Weg" zu gehen. Der "mittlere Weg" bezog sich allerdings auf die Askese und nicht auf das Brahmacharya, das Zölibat (siehe: Die Ordensregeln der Mönche). Buddha lebte sexuell enthaltsam. Buddha erlangte während seiner Meditationsübungen unter einem Bodhi-Baum, es handelt sich um einen Assattha- oder Pippala-, einen Pappelfeigenbaum, der im November/Dezember winzige, einen Zentimeter große Feigen abwirft (lateinisch: Ficus religiosa), im Mai 528 v. Chr. im heutigen Bodh Gaya, nachdem er 7 Jahre lang als Wandermönch durch Nordindien gewandert war und bei verschiedenen spirituellen Lehrern gelernt hatte, mit 36 Jahren die Erleuchtung. Er begann im Hirschpark Isipatana nahe Vaanasi den ersten fünf Jüngern seine Erkenntnis von den "Vier edlen Wahrheiten", dem Leiden, seiner Ursache, der Überwindung des Leidens und dem Weg dorthin darzulegen. Buddha starb im Jahre 480 v. Chr. im Alter von 80 Jahren in Kushinagar an vergiftetem Schweinefleisch. Dieses ist allerdings, wie vieles in Buddhas Leben, wohl eher symbolisch zu verstehen - im Sinne von Schwein = unrein. Buddha's Sprache ist nicht Pali, die Literatursprache des uns auf Ceylon erhaltenen südbuddhistischen Kanons, sondern Magadhi, der Dialekt der Provinz Magadhar (Bihar), in der Buddha geboren und aufgewachsen ist und wo er seine Lehre verkündete.
Der einzig verläßliche Weg, Buddhas Lehre kennenzulernen, ist die Beschäftigung mit der altbuddhistischen Literatur, in der die Gedanken des großen Meisters niedergelegt sind. Man kann nicht mit Sicherheit sagen, aus welcher Zeit die uns vorliegenden alten Quellen der buddhistischen Literatur stammen. Außer den beiden ersten sogenannten Konzilien im 5. bzw. 4. Jh. v. Chr. in Rajagaha (Rajgir) und Vesali, die es bereits mit Kanonredaktionen (als Kanon gelten Texte, die von einem Konzil verabschiedet wurden) zu tun haben sollten, werden uns noch zwei weitere, zur Festlegung der buddhistischen Texte bestimmte Konzilien genannt, und zwar fand das dritte Konzil im 3. Jh. v. Chr. zur Zeit des buddhistenfreundlichen Königs Asoka (274 bis 234 v. Chr.) in Pataliputta (Patna) unter dem Vorsitz des angesehenen Bhikkhu Tissa Moggaliputta statt, auf welchem Konzil das Wort der Ältesten (Theravada) zu dem uns vorliegenden südbuddhistischen Palikanon endgültig zusammengestellt sein soll, während das vierte Konzil in Kasmir zur Zeit des Königs Kaniska im 1. Jh. n. Chr. tagte, auf welchem Konzil der nordbuddhistische Kanon festgelegt wurde.
Demnach sind zwei Kanones der altbuddhistischen Literatur zu unterscheiden: der südbuddhistische Kanon (Hinayana) und der nordbuddhistische Kanon (Mahayana). Der südbuddhistische Kanon ist in der Palisprache, einem Vetterdialekt des Sanskrit, der nordbuddhistische in Sanskrit, wenn auch einem unreinen, mit Pali-Elementen durchsetzten Sanskrit, geschrieben. Der südbuddhistische Kanon ist uns in erster Linie auf Sri Lanka (Ceylon) erhalten, der nordbuddhistische zunächst in den Himalaya-Ländern, namentlich Nepal und Tibet. Beide Kanons sind aber auch in andere asiatische Länder eingeführt worden: der südbuddhistische Kanon vor allem nach Hinterindien (mit Hinterindien sind die südostasiatischen Halbinseln gemeint, also Länder wie Siam (früher Thailand), Myanmar (früher Burma oder Birma), Vietnam, Malaysia, Laos, Kambodscha), der nordbuddhistische zu den Mongolen, Chinesen und Japanern (Zen). Die Sprache des südbuddhistischen Kanons ist wohl fast überall das Pali geblieben, während der nordbuddhistische Sanskritkanon z. T. in die Sprachen seiner neuen Heimatländer übersetzt worden ist. Wir haben also buddhistische Palitexte, buddhistische Sanskrittexte und Übersetzungen daraus ins Chinesische, Japanische usw.
Übrigens sind die Bezeichnungen "süd- und nordbuddhistisch" für die beiden verschieden ausgerichteten Kanones der buddhistischen Literatur, obwohl sie sich eingebürgert haben, nicht sehr glücklich gewählt. Insbesondere ist der Ausdruck "südbuddhistisch" für den Palikanon nur insofern gerechtfertigt, als dieser Kanon sich bei den Buddhisten von Ceylon, Birma und Siam erhalten hat, während gegen die Bezeichnung "südbuddhistisch" der Umstand spricht, daß die alten, dem Palikanon selbst zugrunde liegenden, Texte keinerlei Beziehung zum Süden gehabt haben, ja, nicht einmal eine Kenntnis Südindiens oder gar Ceylons verraten, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach noch im nördlichen Indien entstanden sind. Erst ein Schüler des Tissa Moggaliputta, Mahinda, der jüngere Bruder (nach einer anderen Überlieferung der Sohn) des Königs Asoka, soll die altbuddhistischen Texte nach Ceylon gebracht haben, und zwar sollen diese Texte
zunächst noch mündlich tradiert worden sein bis sie dann allererst unter dem singhalesischen König Vattagamani im 1. Jh. v. Chr. schriftlich aufgezeichnet wurden.
Die beiden Kanons, der südbuddhistische und der nordbuddhistische Kanon, sind nicht ganz gleichwertig. Der südbuddhistische Kanon ist der wesentlich ältere, der Tradition nach, wie gesagt, auf den drei Konzilien, die im 5., 4. und 3. Jh. v. Chr. stattfanden, redigiert, während der nordbuddhistische Kanon als der bedeutend jüngere erst im 1. Jh. n. Chr. zustande kam. Diesem verschiedenen Alter entsprechend, trägt der nordbuddhistische Sanskritkanon auch deutlich sekundäre Züge gegenüber dem südlichen Palikanon, und die in den Sanskritkanon eingestreuten Palismen beweisen, daß auch für diesen Kanon der Palikanon die Grundlage gebildet hat. Es wäre natürlich denkbar, daß der nördliche Kanon außerdem Elemente enthielt, die dem südlichen Kanon fehlten, denn er kann außer den uns erhaltenen Werken des südlichen Kanons noch solche Texte benutzt haben, die wir nicht mehr besitzen, und wenn solche Annahme auch nicht mit den Ansprüchen der südbuddhistischen Tradition (Theravada), die ihren Kanon für allein authentisch hält, im Einklang steht, so braucht die Textkritik sich nicht an derartige Tradition zu binden. Im ganzen ist aber der nördliche Kanon - nicht zuletzt, was die Lehre als solche betrifft - zweifellos weniger ursprünglich als der südliche, und man darf ihn insofern in die zweite Linie rücken. Das Hauptinteresse fordert aus philosophischen, ästhetischen und geschichtlichen Gründen der südbuddhistische Palikanon, der zugleich schlichter und gemäßigter ist als der ausschweifendere und phantastischere nordbuddhistische Kanon, was aber keineswegs ausschließt, daß auch der nordbuddhistische Kanon seine nicht zu verkennende und zu unterschätzende Eigenart und Erhabenheit besitzt. Man unterscheidet die beiden Kanones auch als Hinayana und Mahayana, das kleine und das große Fahrzeug. Der Theravada-Buddhismus beruft sich in erster Linie auf den südbuddhistischen Kanon, der tibetische (tantrische) Buddhismus und der japanische Zen dagegen, berufen sich auf den nordbuddhistischen Kanon.
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