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Bilsenkraut (Kraut und Samen)

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BeitragVerfasst am: 12.11.2007, 13:33    Titel: Bilsenkraut (Kraut und Samen)
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Eberhard
 


Anmeldedatum: 14.08.2007
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 12.11.2007, 13:33    Titel: Bilsenkraut (Kraut und Samen)

Bilsenkraut (Kraut und Samen) sehr giftig

Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), auch schwarzes Bilsenkraut und schwarzes Todesblumenkraut genannt, ist ein Nachtschattengewächs. Schon in der Antike war seine giftige aber auch bewußtseinserweiternde Wirkung bekannt. Die Assyrer nannten es Sakiru (das Trunkene). In Griechenland wurde es Pythoion und Apollinaris genannt, was auf den Rauschkult um Apollo und die wahrsagende Pythia von Delphi hinweist. Der Sage nach wurde das Bilsenkraut, sowie die anderen Nachtschattengewächse Alraune, Tollkirsche und Scopolia, bereits von den großen Zauberinnen des griechischen Altertums Hekate, Medea und Circe benutzt. In der Bibel wird das Kraut mit Shikrona bezeichnet. Im alten Persien wurde das Bilsenkraut Bangha genannt und war ein wichtiges religiöses Räuchermittel und Ritualdroge. Durch Räucherungen und Getränke aus Bilsenkraut und Wein gemischt verfielen die Schamanen in einen todesähnlichen Dreitagesschlaf und machten Zeitreisen in die Anderswelt. Die Kelten räucherten "Beleno", dem Orakelgott Belenos zu Ehren. Der Rauch versetzte die Druiden und Barden in die Astralwelt. Im Mittelalter wurde Bilsenkraut in den Badehäusern auf die glühenden Kohlen oder auf den Ofen gestreut, um die erotische Atmosphäre anzuheizen. Bilsenkraut ist oftmals Bestandteil von Hexensalbenrezepten. Bis heute wird es als Räuchermittel gegen Hexen verwendet. Es wurde auch dem Bier zugesetzt, um eine berauschendere Wirkung zu erzielen, was an den vorhandenen Polizeiverordnungen, die genau das verbieten (16. und 17. Jahrhundert) erkennbar ist. Die Schamanen in Ostafrika räucherten das Kraut in einer Zeremonie, die sich "Folge dem Vater" nannte, weil die Ahnengeister dem Betreffenden bei diesem Ritual so seine Feinde offenbarten. In Indien wird Bilsenkraut anstelle von Opium als Rauschmittel verwendet und der Rauch inhaliert. In China wird Bilsenkraut bei Husten, Asthma, Rheuma und Totenbeschwörung verräuchert. Es werden dazu 1 Teil Asant, 1 Teil Weihrauch, 4 Teile Bilsenkraut, 1 Teil Koriander und 1 Teil Zimtrinde zu einem Räucherpulver gemörsert. Ebenfalls eine berühmte Räuchermischung stellte Hofrat Karl von Eckertshausen her. Es bestand aus Bilsenkraut, Safran, Schierling, Aloe, Opium, Mohnsamen, Alraune, Asant und Sumpfporst. Diese an Hexensalben erinnernde Mischung hat stark bewußtseinsverändernde Wirkungen. Der Rauch des Bilsenkrauts riecht nach verbranntem Laub, nicht unangenehm, aber auch nicht wirklich angenehm. Im Okkultismus wurde Bilsenkraut zum Beschwören von Geistern und bei der Nekromantie oder Totenbeschwörung verräuchert. In der Literatur tauchen einige historische Räuchermischungen auf. Das Kraut sollte immer mit Umsicht und Wissen geräuchert werden. Bilsenkraut darf ausschließlich nur als Räuchermittel verwendet werden. Vor anderweitigen Verwendungen wird ausdrücklich gewarnt, denn bei innerlicher Einnahme kann der Tod sehr schnell durch Atemlähmung eintreten. Auch als Hexensalbe oder Tee ist Bilsenkraut lebensgefährlich, ebenso das Rauchen. Bilsenkraut ist nur versetzt mit Benzoe Sumatra, Dammarharz und Perubalsam im Handel, damit es wirklich ausschließlich nur zum Räuchern geeignet ist. Die Samen des Bilsenkrauts wurden von den Indianern bei ihren Ritualen wie das Kraut verräuchert. Sie verwendeten den Samen in ihrer Friedenspfeife. Bei Mißbrauch sind sie genauso tödlich wie das Kraut. Auch Bilsenkrautsamen sollten nur geräuchert werden. Vor innerer Einnahme oder Rauchen der Samen wird eindringlich gewarnt, denn das ist absolut lebensgefährlich. Medizinisch hat Bilsenkraut als schmerzstillendes und gleichzeitig beruhigendes Mittel große Bedeutung. Wirksame Inhaltsstoffe sind Hyoscyamin, Scopolamin, Atropin und Atroscin. Das Bilsenkraut ist auf Schuttplätzen und Üdländern in Nordafrika und Eurasien verbreitet. Eine Abart ist das gelbes Bilsenkraut (Hyoscyamus albus), das in der Antike das am meisten verwendete Heil- und Zaubermittel war. Die Pflanze wächst in Südeuropa und Westasien. Das Kraut wurde in Rauchmischungen oder pur als Aphrodisiakum und gegen Asthma, Bronchitis und Husten geraucht. Es ist ebenso giftig wie sein Vetter. Bilsenkraut ist hochgiftig und daher nicht zum Verzehr geeignet.
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